Oh du … festlicher Müll.

Weihnachtsmüll

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nicht noch so einen weihnachtlichen Artikel zu schreiben, die derzeit zu Hauf meinen Reader und meinen Twitter-Feed überschwemmen. Das meiste ist schon gesagt, tausende Kalendertürchen sind schon geöffnet, hunderte DIY-Weihnachtsdekorationen gebastelt. Aber manches kann man sich nicht oft genug vor Augen führen:

Was Weihnachten die Umwelt kostet

  • – schätzungsweise 100.000 Tonnen Weihnachtspapier allein in Deutschland (die Zahl stammt aus einem Artikel der Zeitschrift ”Fragen & Antworten”, Ausgabe 12/2014), das mit Glitzer- und Plastikbeschichtung oft nicht einmal recyclebar ist
    – alleine am ersten Weihnachtstag, wenn die vielen Vögel deutschlandweit in die Backröhren gesteckt werden, steigt der Energieverbrauch auf 480 Millionen Kilowattstunden – und die weihnachtliche Festbeleuchtung in den Städten kommt immerhin auf 400 Millionen Kilowattstunden (Quelle: Zeitschrift ”Fragen & Antworten”, wie oben)
    – Rund 28 Millionen Weihnachtsbäume werden jedes Jahr für den deutschen Markt gefällt (Quelle: Zeitschrift ”Fragen & Antworten”wie oben), und 10.545 Tonnen Weihnachtsbäume aus Deutschland exportiert (Quelle: Statista), die Bäume werden oft mit giftigen Pestiziden getrimmt und gedopt
    – hier in Dänemark kaufen die Leute fürs Fest auch gerne völlig überfischten Aal (und wundern sich, warum der inzwischen so schwer zu bekommen ist)
    – und dazu werden noch tonnenweise Ruß produzierenden Kerzen abgebrannt, von denen die meisten auf Erdölbasis (Paraffin) hergestellt sind.

  • Alternativen suchen

    Ich kenne viele Blogger, die privat nach Alternativen suchen und finde es toll, mich inspirieren zu lassen (vielen Dank dafür!):

    WEIHNACHTSMÜLL: Maria, zum Beispiel, hat eine große Sammlung mit Verpackungsalternativen
    – von Altpapier bis Stoffresten – angelegt. Ich hab mich auch schon einmal daran versucht und stehe hinter meinen in zum-zweiten-Mal-benutztes-Geschenkpapier verpackten Geschenken und zu Geschenken in wiederverwendetem Packpapier aus der letzten Onlinebestellungskiste.

    ENERGIE & ESSEN: Rein theoretisch muss man Weihnachten ja nicht gleich mehrere Lichterketten brennen lassen – sorgt nicht auch eine für Stimmung genug? Wie steht ihr eigentlich zum Weihnachtsschmuck in den Straßen? Ich finde es eigentlich ganz schön, Kinder erst recht. Aber leuchten muss es eigentlich nicht auch noch, oder? Und das Festessen – sei es nun der fast ausgerottete Aal oder die Ente aus der Massentierhaltung – könnte auch etwas nachhaltiger sein. Bei meinen Eltern gibt es das jeweilige Tier oft von befreundeten Kleinbauern, was ich gut finde. Bio halte ich für ähnlich gut. Man könnte aber die Tradition auch ganz überdenken und zum Beispiel so einen hübschen Linsen-Reis-Braten machen, den Cleanfood Lover im Blog vorstellt?

    Gibt es eigentlich Alternativen zum Weihnachtsbaum?

    Gibt es eigentlich Alternativen zum Weihnachtsbaum?

    WEIHNACHTSBAUM: Letztens ging es bei Trix um nachhaltige Weihnachtsbäume und sie erzählte von ihrem Weihnachtsbaum-Sharing mit der Schwägerin. Das fand ich eine witzige Idee. Aber es gibt natürlich noch eine Menge weitere, möglicherweise nachhaltige Einfälle vom Bio-Baum übers Baum-Mieten und den langlebigen Holzbaum bis hin zu gar keinem Baum. Von der geschmückten Zimmerpalme, über den Bücher- und Flaschenbaum bis hin zum erleuchteten Rosmarin habe ich auf Twitter auch letztes Jahr schon viele kreative Alternativen gesehen. Bei uns hat einmal ein Strauß großer Zweige, die vom Baum im Garten ohnhin gestutzt werden sollten, genügt. Keiner hat den großen Baum vermisst. In anderen Familien käme das allerdings einem Affront gleich.

    KERZEN: Für viele kommt erst richtig Weihnachtsstimmung auf, wenn Kerzen brennen. Zu viel davon sorgt aber nicht nur für schlechte Luft und Gefahrenquellen für Kinderhaushalte, sondern auch noch zu einem erhöhten Erdölverbrauch. Viele Bio-Kerzen bestehen aus Palmöl, was auch wieder schlecht ist. Nur Bienenwachskerzen sind offenbar wirklich zu empfehlen. Ich hab dieses Jahr kaum Kerzen angezündet, trotzdem ist es ganz weihnachtlich bei uns. Ich glaube, das hat viel damit zu tun, für sich selbst und die Familie neue Traditionen zu schaffen…

    Und da habe ich über sinnvolle / brauchbare / ressourcenarme Geschenke und das Schenken (angesprochen hier von Trix und bei Dina) und Spenden (diskutiert zum Beispiel bei Freidenkerin und Förderband Nachhaltigkeit) überhaupt noch gar nicht geschrieben. Das würde aber auch den Rahmen sprengen.

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    16 Responses to “Oh du … festlicher Müll.”
    1. Ingrid sagt:

      Ich mache mir dieses Jahr Gedanken um meinen Kerzenverbrauch und habe ihn auch etwas eingeschränkt. Als Veganerin möchte ich eigentlich kein Bienenwachs verwenden, aber was sind ökologisch sinnvolle Alternativen? Eine Antwort habe ich noch nicht gefunden.
      Viele Grüße, Ingrid

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    2. Hallo Marlene!

      Danke für die nackten Zahlen, das ist ja erschreckend!

      lg
      Maria

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      • Marlene sagt:

        Finde ich auch, deswegen konnte ich mir den Artikel dann doch nicht verkneifen…
        Liebe Grüße,
        Marlene

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        • Nanne sagt:

          Ich finde es auch erschreckend! Und obwohl der Großteil der Familie sich um Nachhaltigkeit keine Gedanken macht, bin ich froh, dass wir Geschenktüten in der Familie haben, die immer wieder verwendet werden. Außerdem bin ich froh, dass wir keinen Baum haben – 28 Millionen! Bitte, wie krass, krass!

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        • Marlene sagt:

          Mich würde mal interessieren wie groß die Waldfläche zusammengenommen wäre! Feste Geschenktüten finde ich eine tolle Idee. Aus Stoff? Wie groß sind die? Ich werde mich dieses Jahr wieder über Plastikfolienpapier und zerrissenes, einmal benutztes Papier ärgern 😦
          Liebe Grüße,
          Marlene

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    3. Zeitschriften eignen sich super zum Verpacken. In der Apothekenzeitschrift für Kinder ist oft ein super Poster drin. Oder aus mehreren Geschenkpapieren eine neue Geschenkpapiercollage machen (eignet sich nicht für jeden Beschenkten). Und bei Pettersson und Findus wird auch mal ein alternativer Weihnachtsbaum beschrieben (eher lustig). …

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      • Marlene sagt:

        Das mache ich auch oft so, aber du hast recht, es gibt auch Leute, die das nicht gut finden. Ich finde es immer schade, wenn Geschenkpapier ganz achtlos zerrissen wird – und wie das Weihnachten im er aussieht nach dem Auspacken. Gar nicht mehr festlich… Den Pettersson und Findus-Baum muss ich mal suchen 🙂 Liebe Grüße

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    4. Vor Jahren hatte ich kurz vor Weihnachten noch eine Baumfällaktion. Eine Lärche. Der obere Teil des Baumes hätte noch wunderbar als alternativer Weihnachtsbaum hergehalten. Hätte einen Vorteil bei der Reinigung gehabt: er nadelte nicht mehr. Aber meine Kids fanden die Idee gar nicht cool. Wäre ich alleine hätte ich mir das Teil in die Wohnung gestellt und behangen. Aber die Familie spricht halt auch noch ein wörtchen mit. Vielleicht etwas skurril so ein Baum aber im Prinzip auch jedes Jahr wieder neu zu gebrauchen und nicht aus Plastik. Vielleicht beim nächsten Mal dann.

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    5. Selina sagt:

      Wenn ich an die Müllberge denke, die sich jährlich zu Weihnachten anhäufen wird mir jetzt schon ganz anders zumute. Ich finde, man kann Weihnachten auch ruhig etwas innovativer, kreativer, einfach anders als früher feiern. Warum teures Geschenkspapier kaufen, wenn einfaches Zeitungspapier viel cooler aussieht? Warum ein schweres, fettiges Weihnachtsessen, wenn ein leichteres, veganes Menü genauso lecker sein kann? (und außerdem bei weitem nicht so müde macht)
      Einen Weihnachtsbaum habe ich bisher noch nicht gemietet, wir haben seit einigen Jahren einen Holzbaum. Mein Vater ist Tischler und hat mir solchen auf Wunsch mal zu Weihnachten geschenkt. 😉

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      • Marlene sagt:

        Einen Holzbaum finde ich auch schön, leider macht da meine eine Verwandtschaftsseite überhaupt nicht mit! Die werden wieder einen riesigen Baum absägen lassen und ihn nach 3 Tagen wegschmeißen; dazu Berge von Geschenkpapier achtlos ausreißen und wegwerfen; und natürlich verschiedene Tiere fettig zubereiten. Deswegen macht mich Weihnachten manchmal auch traurig, und das schon seit meiner Kindheit. Uff – na mal sehen, wie es dieses Jahr wird!
        Ich wünsche dir dennoch ein schönes Fest und vielen Dank für deinen Kommentar!
        Marlene

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    6. gruenzwerg sagt:

      Da die ganze Familie bei uns zu Hause feiert nd wir dann mehr als 10 Personen sind, habe ich es bisher nicht geschafft, einen alternativen Baum zu etablieren. Allerdings sparen wir dadurch 3 Bäume ein, da die anderen keinen haben, weil sie ja heilig Abend nicht zu Hause sind… und seit wir Kinder haben und damit einen Baum, waren es immer Bäume aus unserem Garten oder dem meiner Eltern, die sowieso weg mussten… dann wurden sie eben vor Weihnachten gekappt.
      Die Familie hat dieses Jahr übrigens sehr verdattert geguckt, als unterm Baum Geschenke in unseren Windel- Wetbags verpackt lagen 🙂 aber frisch gewaschen haben die sich einfach als Geschenkverpackung angeboten 😉
      Viele Grüße von der Zwergenmama

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      • Marlene sagt:

        Wir waren auch so viele und mein Vorschlag für Baumalternativen wurde abgelehnf – allerdings muss ich auch sagen, dass die Kinder den immerhin lokal gefällten Baum stundenlang geschmückt haben und ihn sehr genießen! Die Gesichter bei der Windelgeschenkübergabe hätte ich gern gesehen. Ich bin mit Altpapier ausgekommen, aber was bei den anderen wieder zusammengekommen ist … bleibt nur zu retten und für nächstes Jahr aufheben 😉 liebe Grüße, Marlene

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    1. […] Blogpost sein, denn in der Weihnachtszeit beschäftigt mich jedes Jahr auch das gleiche Thema. Der festliche Müll (Blogpost letztes Jahr) – an den Zahlen hat sich leider nicht viel geändert, wie man auf der […]

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