#GreenApp im Test: Beat the Micro Bead

App_Microbead

Microbeads – so heißen auf Englisch die winzigen Plastikpartikel, die manche Kosmetikprodukte enthalten. Von Peeling-Lotions bis zur Zahncreme sollen sie bei der Tiefenreinigung helfen. Nach dem Waschen, Putzen und Cremen werden sie aber abgespült und gelangen ins Abwasser. Für die Kläranlagen sind sie zu klein, also rutschen sie weiter in Gewässer, Grundwasser, Menschen, Fische.

Eine App gegen kleine Kügelchen

Auf die App „Beat the Micro Beads“ bin ich durch Siegfried Gendries von Lebensraum Wasser aufmerksam geworden. In seinem Artikel findet ihr auch eine Menge wichtiger Informationen zum Thema Mikroplastik.

Im „Play Store“ erhält die App allerdings durchwachsene Kritiken – nicht, weil die Idee und die Umsetzung nicht gut wären, sondern weil viele Produkte (noch) nicht in der Datenbank sind. Ich hab das kleine Programm trotzdem installiert und selbst ausprobiert.

Wie funktioniert’s?

Um die App zu verwenden braucht man natürlich ein Smartphone. Wenn man wissen will, ob ein Produkt Mikroplastik enthält, scannt man den Barcode oder sucht im Menü nach Marke oder Produkttyp. Dann bekommt man eine Warnung oder Entwarnung – oder eben den Hinweis, dass das Produkt noch nicht in der Datenbank ist.

Mikroplastik-Peeling sollte man lieber gegen Bio-Kosmetik oder selbstgemachtes Peeling (hier mit Rohrzucker und Öl) austauschen.

Mikroplastik-Peeling sollte man lieber gegen Bio-Kosmetik oder selbstgemachtes Peeling (hier mit Rohrzucker und Öl) austauschen.

Bei meinem Test sind die ersten 4-5 Cremes nicht in der Datenbank gewesen, aber bei dem alten „Garnier Hautklar 3 in 1“ bekam ich ein orangefarbenes Ausrufezeichen auf den Schirm: „Zu diesem Zeitpunkt enthält das Produkt noch Mikrokügelchen“. – Okay, das Hautklar fliegt raus! Ich ärgere mich, dass ich das Zeug früher regelmäßig benutzt habe. Inzwischen bin ich ohnehin zu der Erkenntnis gekommen, dass man Waschcremes nicht wirklich braucht (man kann sich auch mit Duschgel, Seife oder Wasser waschen. Peelings hab ich auch schon schöne Rezepte gesehen und ausprobiert – z.B. mit Meersalz oder Zucker und Ölen, sucht einfach mal bei Ecosia.

Datenbank zum selber füttern…

Dass viele Produkte noch nicht in der Datenbank sind, finde ich gar nicht problematisch. Denn dann erhält man den Hinweis, dass man in den Inhaltsstoffen nach den Kunststoffen PE, PP, PET oder PMMA suchen soll. Wenn eines davon enthalten ist, kann man das Produkt mit wenigen Klicks zur Datenbank hinzufügen – übrigens auch, wenn es Entwarnung gibt.

Darüber hinaus kann man bei der App von den niederländischen Organisationen Plastic Soup Foundation und Stichting De Noordzee auch die Region und Sprache einstellen, sodass auch ausländische Produkte mit erfasst werden. Leider war Dänemark nicht mit dabei, ist wohl zu klein (und darüber hinaus ist umwelt- und allergikerzertifizierte Kosmetik in Skandinavien sehr viel weiter verbreitet als in Deutschland, die Supermärkte sind voll davon). Nichtsdestotrotz existiert die Initiative schon seit zwei Jahren und wird mittlerweile – nach eigenen Angaben – von 57 NGOs aus 28 Ländern unterstützt.

Fazit

Ich finde die Idee sehr gut, und die App funktioniert auch. Wer kein Smartphone hat, dem ist schon geholfen, wenn er weiß, welche Inhaltsstoffe von Kosmetika es zu meiden gilt (PE, PP, PET oder PMMA – die lassen sich auch ganz gut merken). Und wer etwas Engagement zeigen will, kann die App auch einfach besser machen, indem er selbst Mikroplastik-Produkte anzeigt. Und was steht bei euch so im Badregal?

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Comments
7 Responses to “#GreenApp im Test: Beat the Micro Bead”
  1. Hallo Marlene!

    Inzwischen ist mein Bad sehr minimalistisch geworden. Ich habe kaum noch Produkte. Hauptprodukt ist Olivenölseife. Dann habe ich noch ein Pflegeöl und Lippenbalsam. Das wars dann eigentlich.

    Keine Microplastikteile mehr.

    lg
    Maria

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    • Marlene sagt:

      Hallo Maria,
      Ich bin auch auf dem Weg dahin und habe auch kein Bedürfnis mehr wie früher immer mal neue Kosmetik ausprobieren zu müssen. Aber ich weiß, dass viele Badezimmer praktisch überquellen von Plastiktuben und Cremedosen. Kosmetik ist ja auch so eine Branche die immer neue Produkte erfindet, die keiner braucht. Aber vielleicht hilft die App etwas bewussteren Konsumenten, sich bewusst zu werden, dass man die Chemie nicht nur täglich seiner Haut antut, sondern womöglich – ohne dass die Hersteller das klar kommunizieren – auch der Umwelt. Das wäre schon ein kleiner Schritt in die richtige Richtung 🙂
      Schönes Wochenende, Maria!
      Marlene

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      • Hallo Marlene!

        Ich glaube, dass die Kosmetika einen „süchtigmachenden“ Faktor drinnen haben. Eigentlich kann unsere Haut vieles selbst regulieren aber mit der Zeit, je mehr wir verwenden, immer weniger.

        Mir kommt vor, je natürlicher ich mich pflege, desto weniger Pflegebedarf habe ich.

        lg
        Maria

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      • Marlene sagt:

        Den Verdacht habe ich auch – wahrscheinlich gibt es auch Studien, die das nachweisen. Ich finde es aber auch verständlich, dass sich diese Produkte so gut verkaufen, schließlich will jeder gern schön, gepflegt und wohlriechend sein und es entsteht schnell der Eindruck, dass das mit einfacher Seife nicht möglich ist!

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  2. woolkid sagt:

    Hat dies auf fairstricktes rebloggt und kommentierte:
    Reblogge ich gerne.

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  3. sjanuschk sagt:

    Ich habe mir heute morgen die Frage nach dem Wasserverbrauch nachhaltige Produkte vs. herkömmliche Produkte gestellt und dazu ein paar Hintergrundinfos zusammen getragen. Man wird ja im Netz förmlich überrollt…Schau doch mal auf meinem Blog vorbei, vlt kannst du ein paar meiner Fragen beantworten.
    https://weltlife.wordpress.com/2015/02/15/wie-viel-wasser-braucht-der-mensch/

    Gefällt 1 Person

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