Ehrenamts-Projekt vorgestellt: Seit 18 Jahren Kindersachenbörse – und nun auch für Erwachsene

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Eine Gruppe Engagierte veranstaltet seit 18 Jahren bis zu dreimal jährlich eine riesige Kindersachenbörse – und das ehrenamtlich in der Freizeit. Am Freitag und Samstag wollen sie erstmals auch Mode für Erwachsene zum Verkauf anbieten – und füllen damit die Stadthalle in Gößnitz (Thüringen). Ich finde es bewundernswert und toll, wenn Leute einfach so solche Großprojekte auf die Beine stellen, jahrelang dranbleiben und damit auch noch Gutes tun, denn 20 Prozent des Umsatzes gehen an regionale Projekte. Deshalb hab ich mit Katrin, einer der Organisatorinnen, gesprochen, ein paar Fragen gestellt und möchte das Projekt hier kurz vorstellen. Und ein paar aussortierte Kleidungsstücke werde ich auch mit zur Börse geben.

So sah bisher die Kindersachenbörse in der Stadthalle Gößnitz aus. Am Wochenende gibt es eine erste Version für Mode für Erwachsene.

So sah bisher die Kindersachenbörse in der Stadthalle Gößnitz aus. Am Wochenende gibt es eine erste Version für Mode für Erwachsene.

Das Konzept ist denkbar simpel und für jeden verständlich: Es steht „Klamottenbörse“ auf Flyern und Plakaten drauf und das ist auch drin. Als Anbieter muss man bis eine Stunde vor Beginn seine Sachen (beschriftet mit Preis und Schildchen sowie eine Liste) abgeben, dann wird alles nach Typ und Größe sortiert und es kann losgehen. Eingekauft werden kann im konkreten Fall Freitag, 16. September, von 19 bis 21 Uhr, und Samstag, 17. September, von 10 bis 12 Uhr. Die Preise für Kleidungsstücke liegen vermutlich zwischen 1 und 5 Euro, aber jeder Verkäufer kann das selbst entscheiden. 20 Prozent des Umsatzes gehen an wohltätige, regionale Zwecke wie beispielsweise Schulen, Kindertagesstätten und Vereine – und wir sprechen derzeit von Spenden von rund 800 bis 1200 Euro. Den Rest erhalten die Verkäufer. Was nicht verkauft wurde, kann wieder abgeholt oder gespendet werden.

Großevent in der Stadthalle Gößnitz: Second Hand ist salonfähig geworden.

Großevent in der Stadthalle Gößnitz: Second Hand ist salonfähig geworden.



Ist GEBRAUCHT schick?

Hoffen auf ein neues Zuhause: Kleidungsstücke, die ich mag, aber trotzdem fast nie trage.

Hoffen auf ein neues Zuhause: Kleidungsstücke, die ich mag, aber trotzdem fast nie trage.

Was ich daran interessant finde, ist, dass gebrauchte Kindersachen offenbar schon seit fast 20 Jahren gefragt sind. Kinder wachsen schnell und oft sind die getragenen Sachen noch wie neu. Gebrauchter Mode für Erwachsene hing aber jahrelang ein Stigma an. Ich würde mal ungeprüft behaupten, dass Second Hand-kaufen für die Generation der heute 60-jährigen häufig ein No-Go ist, ein Zeichen für finanzielle Not. Inzwischen scheint sich das Image zu wandeln. Die Jüngeren tauschen gern, die Klamottenbörse macht daraus einen gemütlichen Treffpunkt und gleichzeitig ist es nachhaltig, nicht immer nur alles neu zu kaufen. Klamotten für 3 Euro kann man in manchen Läden auch niegelnagelneu bekommen – dann aber zuzüglich schlechter Arbeits- und Produktionsbedingungen, Dumpinglöhnen in Billiglohnländern und höchstwahrscheinlich einer ordentlichen Portion Giftstoffen in Kleidung und Umwelt.

Für mich ist es ein wirklich positives Zeichen, dass sich offenbar eine Trendwende abzeichnet. Dass nicht nur besonders nachhaltig gesinnte Großstädter verstärkt zu gebraucht greifen, nicht nur junge Mamis auf Mamikreisel & Co Kinderkleidung wieder in die Rotation schicken, sondern auch in einer Kleinstadt im ländlichen Raum ein größeres Interesse fürs Gebrauchtkaufen zu entstehen scheint.

„Der Ruf von Second Hand ist besser geworden“, sagt auch Katrin, „Man kann die Ware sehen, probieren und in gemütlicher Runde entscheiden.“ Mit Sekt, Saft und kleinen Knabbereien wird man es sich bequem machen zwischen Bergen von Klamotten, die ein neues Zuhause suchen. Ich drücke meinen Restbeständen – oft typische „Schrankhüter“, die ich immer schick fand, nur nicht an mir – die Daumen, dass sie so ein zweites Leben erhalten.


einfach. nachhaltig. besser. leben.

Logo-4-grünWeil so eine ehrenamtlich organisierte Klamottenbörse, die nicht nur Kleidung vorm Wegwerfen bewahrt, sondern auch noch Spendengelder für die Region geniert, absolut nachhaltig ist, möchte ich den Blogpost an unsere grüne Linkparade „einfach. nachhaltig. besser. leben.“ geben, die gerade unter der Regie der Zwergenmama stattfindet. Dort könnt ihr alle Beiträge, die ein irgendwie nachhaltiges Thema besprechen, einreichen. Sagt bitte gern ein-zwei Sätze dazu, warum ihr das Thema nachhaltig findet.

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Comments
3 Responses to “Ehrenamts-Projekt vorgestellt: Seit 18 Jahren Kindersachenbörse – und nun auch für Erwachsene”
  1. Früher bin ich für meine Mädels zum Kindersachenbasar, heute gehen wir zusammen auf Damenbasare icn der Gegend. Am Samstag ist der 1. dran.
    LG

    Gefällt 1 Person

    • Marlene sagt:

      Ist doch auch irgendwie schön, wenn alle noch mitziehen und es genauso sinnvoll finden!
      Hast du denn das Gefühl, dass das Angebot an / die Nachfrage nach gebrauchter Mode für Erwachsene in den letzten Jahren gestiegen ist?
      Viele Grüße, Marlene

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      • Oh ja und wie.Meine Mädels waren noch Teenager und da waren auf den Damenbasaren schon Mütter unterwegs die söhne hatten, und das anstehen vor dem Basar ist schon enorm. Aber mir gefällt auch die Atmosphäre, in der Sammelumkleide z.B. geben sich sie Frauen gegeseitig Tipps obwohl sie sich garnich kennen.
        Schönes Wochenende.

        Gefällt 1 Person

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