Plastik und Meer: Die Spitze des Eisbergs

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Sonnenschein, Wind, hohe Wellen – so präsentiert sich heute die Ostsee an der Ostküste Jütlands. In Nordeuropa ist sowas eine idyllische Angelegenheit. Trotzdem fand ich außer schönen Steinen leider auch so einige Bierdosen, Plastikbecher und Plastiktüten. Erst bin ich vorbeigegangen, aber als ich gesehen habe, dass es alle paar hundert Meter einen großen Müllkübel gibt, hab ich einiges (vermutlich Hinterlassenschaften der Badegäste des Sommers) eingesammelt und weggeworfen.

Was hier rumliegt oder angespült wird, ist aber nur die Spitze des berühmten Eisbergs. Eine blasse Erinnerung an all das, was durch die Weltmeere schwimmt und früher oder später als Mikroplastik wieder bei uns ankommt. Plastik vergeht nicht, zumindest nicht schnell. Je nach Zusammensetzung soll es sich in 100 bis 500 Jahren auflösen – vermutlich wird es dabei Schadstoffe in die Umwelt abgeben und lange Zeit in Form von mikroskopisch kleinen Teilen weiterbestehen (Stichwort: Persistenz).

Im Augenblick schwimmen laut The Ocean Clean Club rund drei Billionen Stücke Plastikmüll in den Weltmeeren. Mit einem innovativen Aufräum-Modell will The Ocean Clean Club ab 2020 große Mengen dieser Plastik aus den Meeren fischen. Im Moment findet eine Art Kartierung der vorhandenen Müllmengen aus der Luft statt. Ich hatte schon vor einiger Zeit von der Initiative gehört und ich bin froh, dass sie noch besteht! Hier gibt es ein Video darüber:



Abgesehen davon, dass wir selbst keinen Plastikmüll ins Meer oder an den Strand werfen sollten (eigentlich das normalste auf der Welt, oder?), sollten wir aufhören so viel Plastik zu konsumieren wie wir es jetzt tun. Immer mehr Leute scheinen das Problem zu erkennen. Aber oft muss man im Alltag zwischen verschiedenen Übeln wählen: Will man im Supermarkt bio kaufen (vielleicht, weil man sich den Bioladen nicht leisten kann), ist das Gemüse oft unnötig in Plastik verpackt, einfach, weil es sich von konventionellen Produkten unterscheiden muss. Statt noch mehr Plastik aufzuwenden, um alle konventionellen Produkte extra zu verpacken, verpacken die Discounter eben die weniger gekaufte Bioware. Dass es für vieles/fast alles Alternativen gibt, zeigen die u. a. die vielen Blogger unter euch, die an einem plastikreduzierten Alltag arbeiten. Meiner Meinung nach muss hier keiner radikal zu Werks gehen, sondern eher versuchen, die ganze Familie Schritt für Schritt mitzunehmen, um so nachhaltigere Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren. Ich teste oft an mir selbst und erzähle dann den anderen von Vorteilen, wenn ich selbst davon überzeugt bin. Dann passiert es immer mal wieder, dass der eine oder andere etwas übernimmt.

Wie macht ihr das?

Logo-4-grünIn der grünen Blogparade „einfach. nachhaltig. besser. leben.“ geht es in vielen Blogs auch um weniger Plastik im Alltag. Schaut mal rein bei der aktuellen Linkparade, die von Andrea moderiert wird, die gemeinsam mit ihrer Familie schon wirklich viel Plastik aus ihrem Alltag verbannt hat.

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Comments
16 Responses to “Plastik und Meer: Die Spitze des Eisbergs”
  1. Ich hatte mal von einem guten Bootsprojekt aus Deutschland gelesen, welches den Müll im Meer aufsammelt.

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  2. Hallo Marlene!

    Das Thema ist wirklich ausgesprochen schwierig. Ich weiß nicht ob Du Dich an meinen Beitrag über das „grau Plastik“ erinnerst. Ich habe darin erzählt, dass sogar Produkte, die auf den ersten Blick ohne Plastik auskommen, im Hintergrund möglicherweise ganz viel Plastikmüll verursacht haben.

    Gerade heute ist mir das wieder aufgefallen, als ich vor Öffnung an einem Bekleidungsgeschäft vorbei kam und darin riesige Säcke mit Plastikmüll standen. Warum? Weil die Kleidungsstück in Plastik verpackt geliefert werden, damit sie beim Transport nicht verschmutzt werden können.

    Das Problem ist wesentlich größer als man annimmt und es macht mich mittlerweile wirklich verzweifelt.

    lg
    Maria

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    • Marlene sagt:

      Hallo Maria,
      ach je, da hast du wirklich recht. Dann ist es nur die Spitze von der Spitze des Eisbergs, was wir Konsumenten wirklich zu Gesicht bekommen und vielleicht noch selbst steuern können. Ich habe auch das Gefühl, dass es bei Biomode (Waschbär, Hans Natur, Hess Natur, etc.) auch nicht anders ist. Auch da bekommt man jedes einzelne Unterhemd in einer Plastiktüte. Ich hoffe, dass es zumindest bei Shops wie Plasno oder Monomeer ohne graue Plastik abläuft – aber da gibt es wieder keine Mode. Demnach ist den Konsum drosseln schon eine ganz nachhaltige Methode zumindest zu reduzieren.
      Liebe Grüße,
      Marlene

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      • Hallo Marlene!

        Deshalb bin ich auf Second-Hand bei fast allem umgestiegen, denn das ist in meinen Augen die einzige effektive Möglichkeit, Plastik zu vermeiden.

        lg
        Maria

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      • Marlene sagt:

        Hallo Maria,
        ich hoffe, dass sich Second Hand gerade auch für Erwachsenenmode weiter durchsetzt. Aber Facebook und Ebay hilft da natürlich schon viel. Vielleicht sollte ich mal eine private Tauschparty organisieren. {@federviech, wie wär’s?]
        Viele Grüsse, Marlene

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      • Hallo Marlene!

        Stimmt auf FB haben sich auch einige lokale Tauschgruppen gebildet. Ebay bin ich eher zurückhaltend, denn wenn wieder Versand dazu kommt, ist es dann doch nicht ganz so ökologisch.

        Bei uns in der Gegend gibt es 2 x pro Jahr einen großen Kleidertausch. Das wird richtig gut angenommen.

        Und dann gibt es natürlich noch Umsonstläden bzw. Kostnixläden, wo man auch viel Nützliches bekommen kann.

        Es gibt mehr Alternativen als man auf den ersten Blick meint.

        lg
        Maria

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      • Marlene sagt:

        Hier haben sich noch keine Kostnixläden etabliert. Aber das kann ja noch werden 🙂
        LG

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