Stimme für die Vernunft!


Die Bundestageswahl rückt näher, am Sonntag ist es soweit. Ich habe mich gerade gefragt, was eigentlich die dringendsten Probleme unserer Gesellschaft sein sollten und welche Partei dafür die besten Lösungen verspricht. Mir ist aufgefallen, dass die Themen, die ich für die wichtigsten halte, im Wahlkampf kaum auftauchen.

Wer sich einmal mit dem Thema Bienensterben auseinandergesetzt hat, kann nicht verstehen, warum bei den Politikern aller Sparten nicht die Alarmglocken klingeln. Unsere Landwirtschaft erwarten Verluste in Milliardenhöhe, wenn immer weniger Insekten die Blüten von Obstbäumen und anderen Nutzpflanzen bestäuben. Dank landwirtschaftlichen Monokulturen und Gifteinsatz ist die Zahl der Insekten in Deutschland zwischen 1989 und 2013 um rund 75 Prozent zurückgegangen. Mit den Insekten werden auch Vögel, Amphibien und Fledermäuse seltener. Auf ökologisch bewirtschafteten Flächen sieht es deutlich besser aus. Für mich ist demnach ein wichtiger Punkt, um unser Land auch für zukünftige Generationen lebenswert zu machen, die Umstellung auf Ökolandwirtschaft. Aus dem gleichen Grund sollte auch ein konkreter Plan für die Energiewende ganz oben auf der Wahlagenda stehen. Für mich sind das die Hauptthemen, die wirklich entscheidenden Zukunftthemen. Dazu bessere Bildung, weniger krasse Unterschiede zwischen Arm und Reich und die Bekämpfung von FluchtURSACHEN. Vieles andere, ist für mich Finetuning. Luxusprobleme, denen wir uns annehmen können, wenn die wirklich entscheidenden Dinge geklärt sind. Wenn ein echter Plan vorhanden ist. Aber vielleicht sehe ich das zu radikal, belehrt mich gern eines Besseren. Jedenfalls wünsche ich mir eine Politik, die über die nächste Wahlperiode hinausdenkt und die auch unliebsame Entscheidungen anpackt, auch, wenn sie damit nicht bei allen Wählern punkten können. Das ist meine persönliche Meinung. Aber am wichtigsten ist immer noch, dass man überhaupt wählen geht.


Welche Partei passt zu mir?

Man neigt ja dazu, immer wieder die gleichen Parteien zu wählen. Mit dem „Wahl-o-mat“ kann man seine persönliche Meinung mit der Linie der verschiedenen Parteien vergleichen. – Ich finde, eine wunderbare Möglichkeit! (Auch für alle, die der Meinung sind, dass die Parteienlandschaft für sie nichts zu bieten hat und sie deshalb nicht wählen gehen. Hier kann man nachsehen, wessen Programm am besten zu einem passt!)


Die Parteien zum Thema Natur und Umwelt

Das Schöne am Wahl-o-mat ist, dass man auch die Antworten der einzelnen Parteien nachlesen kann. Die Ökolandwirtschaft stärker fördern als konventionelle wollen z. B. die Linken, die Grünen, die Piraten, die NPD und die AfD. Staunt ihr? Ein Generelles Tempolimit auf Autobahnen (womit die skandinavischen Länder übrigens gut fahren und man aus eigener Erfahrung viel Sprit und damit CO2 sparen kann…) wollen die Grünen und die Linken. Dass der Ausbau der erneuerbaren Energien dauerhaft vom Bund gefördert wird, wollen die SPD, die Linken, die Grünen und die NPD. Die anderen Fragen haben nur eher bedingt mit den für mich wichtigsten Themen zu tun.


Fun-Fact zum Schluss

Das vorläufige Wahlergebnis der U18-Wahl unter 215.000 Kindern und Jugendlichen sieht so aus: CDU 28,3 Prozent, SPD 19,8 Prozent, Grüne 16,5 Prozent, Linke 8,1 Prozent und AfD 6,8 Prozent der Stimmen.


Einfach. nachhaltig. besser. leben.

Und weil der Post wie meist bei mir immer irgendetwas mit Umwelt, Natur und Nachhaltigkeit zu tun hat, verlinke ich ihn zu unserer grünen Blogparade „einfach. nachhaltig. besser. leben.“. Dort ist zum ersten Mal Traude vom Blog Rostrose Gastgeberin mit einem interessanten Erfahrungsbericht übers Wäschewaschen mit Efeu und was das nun wieder mit Umweltschutz zu tun hat. Wer will, darf seine zum Thema passenden Blogposts gern bei uns verlinken und nach Inspirationen stöbern.

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Comments
12 Responses to “Stimme für die Vernunft!”
  1. Christiane sagt:

    Neben dem Wahl-o-mat empfehle ich auch mal http://www.deinwal.de. „Auch wenn dein Wal dem Wahl-O-Mat sehr ähnelt, steckt doch ein ganz anderes Konzept dahinter. Hier sagen die Parteien nicht, wie sie zu einem Thema abstimmen würden — hier zählt, wie sie zu einem Thema abgestimmt haben! Das unterscheidet deinen Wal übrigens auch von den typischen Wahlprogrammen.“ Geht halt leider nur bei den Parteien, die in den vergangenen vier Jahren im Bundestag vertreten waren, ist aber trotzdem recht erhellend.

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    • Marlene sagt:

      Hallo Christiane,
      danke für den Tipp, die Seite kannte ich noch gar nicht. Denn was die Parteien gern tun würden und was sie im Zuge der Verhandlungen und Kompromisse dann tun, sind ja verschiedene Paar Schuhe. Leider oft unvermeidlich, denn so funktioniert Demokratie. Aber man muss auch nicht um jeden Preis einen Kompromiss eingehen – gerade bei den Leitthemen der Partei. Danke, ich schau da mal rein!
      LG, Marlene

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  2. Ica sagt:

    Liebe Marlene, du sprichst mir aus der Seele… Danke für diesen Artikel! Lg, Ica

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  3. Jeanne sagt:

    Liebe Marlene,
    vielen Dank für den Tipp mit dem Wahl-o-mat!! Ich war von dem Ergebnis echt überrascht und konnte somit feststellen,dass meine bisher gewählte Partei wirklich „veraltet und verstaubt“ ist, was ihre Themen betrifft. Habe nun, so hoffe ich, eine bessere Alternative gefunden!!
    Werde mich jetzt nochmal genauer in die Themen einlesen.
    Danke für den „Anstupser“ (auch Tritt in den Hintern genannt ;-), den es wirklich allzuoft braucht *grins*
    Viele Grüße

    Jeanne

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    • Marlene sagt:

      Hallo Jeanne,
      oh, das ist ja ein interessantes Ergebnis bei dir! Ich habe mir seit ein paar Jahren angewöhnt, auf diese Art meine Meinung zu überprüfen bzw. die der Parteien. Denn manchmal denkt man, dass die anders denken, wie du schon schreibst und das ist ja ärgerlich, wenn die dann ganz anders handeln würden als erwartet. Natürlich, was sie dann letztendlich nach der Wahl machen und welche Versprechen sie halten, ist noch einmal ein anderes Thema.
      Liebe Grüße,
      Marlene

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  4. Fjonka sagt:

    Den Wal kannte ich auch noch nicht, dem werde ich mich gleich mal widmen, denn auch ich gehöre noch zu den Unentschlossenen, da meine „Stammpartei“ sich für mich naherzu unwählbar gemacht hat.
    Den Wahl-O-Maten nutze ich seit Jahren, aber eher aus Info-Gründen, denn er schlägt mir jedesmal dieselbe leider aus anderen Gründen für mich nicht wählbare Partei vor. Tatsächlich überlege ich diesmal, ob ich nicht doch mal auf ihn hören soll, aber eigentlich geht das nicht….
    Beruhigend allerdings ist für mich jedesmal wieder, wie weit abgeschlagen bei mir sämtliche „Extremparteien“, egal in welche Richtung, sind.
    Noch eine Zusatzinfo: bei der letzten S-H-Wahl hatte die AFD, so las ich, schlauerweise Antworten vorgegeben, die mit ihrem Wahlprogramm nicht übereinstimmen – um beim Wahl-O-Maten bei Gemäßigteren besser abzuschneiden! Ich hoffe, daß das nur eine Ente war (allerdings hatte ich mich bei diesem Wahl-O-Maten-Durchgang gewundert, daß sie diesmal nicht gar so abgeschlagen in meinem Ergebnis gewesen waren, insofern könnte was dran sein. Sollte es so sein, hoffe ich, man hat beim Wahl-O-Maten draus gelernt…..
    aber der sollte ja eh nicht die einzige Entscheidungsfindungshilfe sein….

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    • Marlene sagt:

      Hallo Fjonka,
      das sind ja auch interessante Informationen. Wenn da manipuliert wird, sollte man sich vielleicht dann doch eher an so einem Modell wie dem Wal orientieren. Aber bei der AfD ist das natürlich schwierig. Die Partei hat so viele Gesichter, dass man am Ende nicht weiß, welches davon die Oberhand haben wird!
      Viele Grüße,
      Marlene

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      • Fjonka sagt:

        In den FAQ steht dazu nur
        „Grundlage für die Thesen im Wahl-O-Mat sind die Partei- und Wahlprogramme der Parteien sowie deren programmatische Aussagen zur Wahl“ – das sagt aber nichts dazu, wie die Einschätzung dessen entsteht, wie die Parteien zu den Thesen stehen.
        Ich halte allerdings die Bundeszentrale für politische Bildung für seriös und kann mir daher nicht vorstellen, daß sie sich es (nochmal?) leisten würden, die Parteien so einfach manipulieren zu lassen. Da wird außerdem die Presse ein Auge drauf haben, gerade wenns tatsächlich stimmen sollte, daß das einmal vorgekommen war. Insofern schätze ich mal, das geht schon okay.
        Bei der AFD allerdings gehts seit Jahren immer weiter gen rechts, es würde mich wundern, wenn sich das nach den Wahlen noch drehen würde.

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      • Marlene sagt:

        Meine Prognose für die AFD ist, dass sie sich demnächst in mind. 2 Parteien aufspalten wird. Aber mal abwarten und Tee trinken…

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  5. Green Bird sagt:

    Ich glaube bei uns gibt es nur die „Wahlkabine“ und da wird auch nur mittels Interview der Standpunkt einer Partei ermittelt. Eigentlich wäre es, grad bei denen, die bereits im Nationalrat waren, entscheidender, die tatsächlich Abstimmungsergebnisse zu veröffentlichen (Stichwort FPÖ…)

    Bei uns stehen auch nächste Woche die Nationalratswahlen an (entspricht in etwa eurer Bundestagswahl). Und mir graut jetzt schon vorm Wahlergebnis. Denn, so wie du schon so schön schreibst, mit wirklich wichtigen Themen setzt sich da keiner der wirklichen Großparteien auseinander. Stattdessen wird noch mehr Neid und Gier geschürt. Ich denke man traut sich auch nicht aus Angst davor Wähler zu verschrecken, allzu viel vom Wohlstand zu beschneiden (was man teilweise ja müsste, um einige derm Umweltprogramme durchzusetzen). Außerdem leiden bei uns zunehmend mehr „mündige“ Wähler (Gott, wie sehr ich diesen Wortlaut mittlerweile hasse) zu Vergangenheitsverdrängung…

    LG, Daniela

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    • Marlene sagt:

      Hallo Daniela, gut, mal noch eine Meinung aus Österreich zu hören. Die Tendenzen sind ja überall gleich in Europa – welch schöner Beweis dafür, dass die Europäer ja doch einiges gemeinsam haben. Ich bin gespannt wie das bei euch ausgeht 😦
      In Deutschland waren sehr viele Protestwähler. Auch ganz chaotisch, gleichzeitig links und rechts außen wählen und sowas. Für mich ist das eine merkwürdige Art, Protest zu zeigen, denn man sollte vielleicht auch etwas auf die Ideen und Programme der Parteien gucken. Nichtsdestotrotz sollten die etablierten Parteien den Protest dringend ernster nehmen.
      LG, Marlene

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