Alle Jahre wieder: Rund 4500 Tonnen Feinstaub an einem Abend in Deutschland

Manchmal ergibt es sich, dass schöne Traditionen nicht besonders gesund sind für Mensch und Umwelt. Wie leider auch das Silvesterfeuerwerk, das und bald wieder erwartet. Spielverderber, könnt ihr jetzt gern sagen – aber trotzdem möchte ich ein paar Gedanken darüber loswerden.

Ursprünglich ist das Lärmen an Silvester, das in der Mitte der Rauhnächte in der dunkelsten Jahreszeit liegt, ein alter germanischer Brauch, um böse Geister zu vertreiben. Das funktioniert bekanntlich am besten mit richtig viel Krach und Feuer. Während früher eher laut gesungen, gerasselt, gebrüllt und vielleicht ein Feuer entzündet wurde, haben wir heute ganz andere Möglichkeiten. Deswegen geben wir in Deutschland jedes Jahr rund 137 Millionen Euro fürs Feuerwerk aus. Das sind rund 1,70 Euro pro Einwohner – mich ausgeschlossen 😉

Gründe für weniger Feuerwerk gibt es einige:

  1. Das viele Geld könnte man anders sinnvoller nutzen… (Stichwort: Brot statt Böller)
  2. Wir schaden uns selbst: Das Umweltbundesamt rechnet mit 4500 Tonnen Feinstaub, die dieses Jahr an Silvester in Deutschland freigesetzt werden. Das entspricht 15 Prozent der Menge, die der Straßenverkehr im ganzen Jahr verursacht (!) und belastet besonders Kinder und Senioren, von den Astmakranken abgesehen.
  3. Die Herstellung von Feuerwerkskörpern kostet viel Energie.
  4. Feuerwerk produziert Müll, der „am Tag danach“ in der Landschaft liegt. Allein in unserem Garten hab ich letztes Jahr eine ganze Tüte voll eingesammelt, obwohl wir selbst gar keine Raketen abgefeuert hatten.
  5. Haustiere (und auch Mitmenschen) leiden unter dem Lärm – manche Leute tragen sogar dauerhafte Hörschäden davon…
  6. Großes Verletzungsrisiko! So mancher beendet seinen Silvesterabend in der Notaufnahme.
  7. Mal ehrlich, ich finde das ewige draußen stehen und zuschauen, wie die Pyromanen der Festgesellschaft ihren Spaß haben, meisten ziemlich kalt und langweilig…


Was sind denkbare Alternativen fürs Silvesterfeuerwerk?

Offenbar fällt es schwer, von einer geliebten Tradition Abschied zu nehmen. Ein paar Vorschläge – vielleicht fallen euch weitere ein?

  1. Einfach weniger Feuerwerk hochschießen. Ein paar Minuten reichen, um das Jahr zu begrüßen, wieso gleich halbe Stunden lang? Oder man genießt gleich die Aussicht und lässt die anderen investieren und machen.
  2. Auf alte Traditionen besinnen und einfach selber Lärm machen – grölt und trommelt euch ins neue Jahr 🙂
  3. Macht schönes Essen, schmückt die Wohnung, ladet liebe Freunde ein, setzt bunte Hüte auf und genießt den Jahreswechsel in guter Gesellschaft!

Übrigens: Ich erinnere mich heute noch gern an die Silvesterabende bei meinen Großeltern (wo ich vermutlich „geparkt“ wurde, wenn die Eltern feiern gingen. Fernsehen  und Salzstangen essen bis Mitternacht, anstoßen mit Kindersekt und dann hat Oma Wunderkerzen an die Wäscheleine gehängt und angezündet. Sah toll aus!

Ich wünsch euch allen einen schönen Silvesterabend und einen guten Start ins neue Jahr!

Der Beitrag darf in der Sammlung von „einfach. nachhaltig. besser. leben.“ landen – die grüne Linkparade, die ich gemeinsam mit lieben Bloggerkolleginnen veranstalte. Ihr seid alle herzlich eingeladen, eure Blogposts zu nachhaltigen Themen aller Art dort zu verlinken.

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Comments
6 Responses to “Alle Jahre wieder: Rund 4500 Tonnen Feinstaub an einem Abend in Deutschland”
  1. Linsenfutter sagt:

    Ein Thema was uns noch lange beschäftigen wird. Ich wünsche einen guten Rutsch und Gesundheit für 2019.

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  2. SK sagt:

    Ein frohes Neues! Wie mit allen Bräuchen und Gewohnheiten ist es dabei so, daß die Bräuche entstanden, als die Menschendichte noch deutlich niedriger war: also vor ca. 1800 mit 1 Mrd Menschen, davon mehr als 2/3 außerhalb von Europa. Siehe auch: https://www.youtube.com/watch?v=PUwmA3Q0_OE
    Jetzt hocken wir uns viel dichter auf der Pelle und wie Du schreibst: wir haben viel mehr Möglichkeiten uns gegenseitig auf die Nerven zu gehen. Genauso mit dem Konsum generell. Heute will jeder so leben wie ein „Ein-Prozenter“ aka Adliger von damals und die Massenproduktion macht es für (wild geschätzt) 50% der aktuellen Menschheit möglich. Auf Kosten der Umwelt und der restlichen 50%. Und ehemals schöne Bräuche sind nur noch Werbeträger für noch mehr Konsum.

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    • Marlene sagt:

      Da hast du Recht und ja, eigentlich will man das Recht auf schöne Bräuche und ein schönes Leben ja auch niemanden absprechen…! Aber wir sollten doch versuchen es so hinzukriegen, dass auch unsere Nachwelt noch einigermaßen schön auf diesem Planeten leben kann 🙂 Ich hoffe, du bist gut ins neue Jahr gekommen! Liebe Grüße, Marlene

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