Äpfel im April – Lobeshymne aufs Selbstgepflückte

Apfel_Titel

In der Kita meiner Kinder müssen die Eltern immer im Wechsel Früchte für die ganze Kindergruppe mitgeben. Die werden dann vormittags als zweites Frühstück serviert. Tenor: Dann kommen auch verschiedene Früchte auf den Tisch, weil die Geschmäcker ja verschieden sind. Das stimmt auch, denn manche Eltern geben dann auch im Januar Erdbeeren mit. Und leider kann ich dann auch nicht garantieren, dass meine Kinder nur Bio-Obst mampfen. Aber diese Woche waren wir an der Reihe. Und hier beginnt die Lobeshymne auf den Apfel.

In unserem Miet-Garten gibt es eine Menge Apfelbäume und der Vorbesitzer hat sich offenbar viele Gedanken gemacht, welche Sorten er angepflanzt hat. Ich kenne sie leider nicht mit Namen, aber es gab Äpfel, die zeitig reif waren und es gibt zwei Sorten, die jetzt immer noch (fast) perfekt aussehen und auch schmecken. Ich bin mir nicht sicher, ob es allein der Verdienst der Äpfel ist oder auch der in einen Hügel hineingebaute Schuppen/Keller, der die Äpfel perfekt kühlt ohne dass sie gefrieren, ganz besonders gut ist.

Äpfel im April – ein letzter Gruß vom letzten Sommer

Ein hochgezüchteter Apfel - noch dazu in der schlimmsten Verpackung, die mir je begegnet ist.

Ein hochgezüchteter Apfel – noch dazu in der schlimmsten Verpackung, die mir je begegnet ist.

Ich bin mit Streuobstwiesen aufgewachsen, aber zu Hause war meist spätestens im März Schluss mit den Äpfeln vom Vorjahr und da sahen sie dann auch schon sehr schrumpelig aus mit vielen braunen Stellen. Auch die Erzieherin (und das rechne ich ihr hoch an!) hat die Eigenanbau-Äpfel unaufgefordert sehr gelobt, als ich sie vorgestern mitgegeben habe. Die kommen von Natur aus auch verpackungsneutral daher. Die krasseste Apfel-Verpackung habe ich mal in Aarhus (Dänemark) am Bahnhof gesehen: Jeder Apfel einzeln in Plastikfolie gepackt (Foto machen von diesem Wahnsinn konnte ich mir nicht verkneifen!).

Im Gegenzug dazu haben die beiden Stadt-Mädels, mit denen ich damals im Studium zusammengewohnt habe, meine von zu Hause importierten Äpfel schon im Oktober verschmäht, weil sie eben doch nicht ganz so perfekt wie die aus dem Supermarkt aussahen…

An dieser Stelle also ein kurzer Post über meine Erleichterung, dass die Kitakinder im Dorf dann vielleicht wenigstens noch ein paar Äpfel zu Gesicht bekommen, wie sie normalerweise wachsen. Ein Hoch auf die Gemeinden, die hier in der Region auch heute noch traditionell Obstbäume am Wegesrand pflanzen. Applaus für Initiativen wie mundraub.org, die Fundorte von frei nutzbaren Obst und Gemüse auf ihrer Plattform sammeln und so leichter auffindbar machen.

Apfel-Allergie – nein, danke!

Und vielleicht helfen die traditionellen Äpfel letztlich auch Leuten wie meiner Kollegin, die eine fiese Allergie gegen die meisten neu gezüchteten Apfelsorten aus dem Supermarkt hat, die aber die meisten alten Sorten noch verträgt. Die heißen dann zum Beispiel Kornapfel, James Grieve (mein Opa spricht den Namen so wie er geschrieben wird, wir haben zusammen alle seine Bäume für die Nachwelt beschriftet), Gravensteiner und Roter Boskoop.

Über das Apfelallergie-Phänomen berichtete der NDR übrigens schon einmal hier.

Eine Übersicht über alte Obstsorten gibt es übrigens beim Obstmuseum Pomarium Anglicum, zu dem auch ein Verein gehört, der den Erhalt alter Sorten fördert.

Es wäre doch schade, wenn die Kitakinder der Zukunft nicht mal mehr die Wahl hätten, auch mal einen schrumpeligen, kleinen, gelben Kornapfel zu probieren.

Das Huhn ruft zur Teilnahme bei „einfach. nachhaltig. besser. leben.“ auf!

Logo-4-grünUnsere grüne Blogparade „einfach. nachhaltig. besser. leben.“ hat ja nun ihre eigene Plattform: In diesem Monat laden wir vom Huhn euch ganz herzlich ein, dort alle eure Blogposts, die sich mit nachhaltigen grünen Themen aller Art beschäftigen, mit uns zu teilen, gerne auch in unserer neuen Facebook-Gruppe.

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Comments
13 Responses to “Äpfel im April – Lobeshymne aufs Selbstgepflückte”
  1. Hallo Marlene!

    Dein Bild von den verpackten Äpfeln ist ja echt krass. Würde super zu meiner Serie „wie weit haben wir uns von der Natur entfernt“ passen. Hammer. Was für eine absurde Idee!

    Wie schön, dass das in der Kita so gut geklappt hat mit Deinen Äpfeln. Ich finde es super, dass der Obstgarten so umsichtig angelegt wurde, dass die Äpfel unterschiedlich reif werden. Die Menschen früher hatten einfach viel mehr Wissen, das leider durch die Industrialisierung der Lebensmittel verloren gegangen ist.

    Danke für Deinen tollen Beitrag, gefällt mir total gut.

    lg
    Maria

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    • Marlene sagt:

      Hallo Maria,
      du darfst das Verpackungs-Apfelbild gerne mit auf deine Seite stellen. Ist immer wieder nur zum Kopfschütteln – ich meine, die Logik ist wahrscheinlich, dass es am hygienischsten ist, wenn man am Bahnhof keine Möglichkeit zum Händewaschen hat, den Apfel ganz zu verpacken. Aber ob Plastik da gesünder ist? Für die Umwelt zumindest nicht…
      Viele Grüße,
      Marlene

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  2. Fjonka sagt:

    „Der Meine“ verträgt leider bisher überhaupt nur eine einzige Sorte – eine neugezüchtete: Santana. Er hat auch schon mehrere alte Sorten ausprobiert, die allergikerverträglöich einherkommen, aber bei ihm immer noch kribblen und wunde Stellen hinterließen – also, ganz so verdammniswürdig sind nicht alle neuen Sorten.
    SEHR verdammenswert finde ich allerdings auch die immer ausuferndere Verpackungswut 😦 Und daß es jedes Obst möglichst zu jeder Jahreszeit geben soll.

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    • Marlene sagt:

      Hallo Fjonka,
      dann kann man das mit den Allergien offenbar nicht so pauschal sagen. Man muss sich sicherlich ganz vorsichtig rantasten an verschiedene Apfelsorten. Aber manchen Menschen ist ja nicht mal bewusst, dass Apfel nicht gleich Apfel ist 😀
      Ich finde es auch eigentlich ganz gut, wenn nicht alles Obst immer im ganzen Jahr verfügbar ist. Dann freut man sich doch im Sommer viel mehr, wenn es dann wieder auftaucht – so wie normalerweise die Erdbeeren…
      Viele liebe Grüße,
      Marlene

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  3. W. Bönisch sagt:

    Wer sich näher mit alten Apfelsorten beschäftigen will, dem empfehle ich Eckart Brandt, der als Pomologe schon seit mehr als 30 Jahren sich intensiv mit alten Apfelsorten beschäftigt, sie „sammelt“ und in seinem Boomgarden auch pflanzt und bewirtschaftet. Auf seiner Webseite gibt es auch eine Liste zum Thema Apfelallergie http://www.boomgarden.de/-apfel-allergie.html

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  4. Ich habe schon siet 16 jahren keinen Apfel mehr essen können, ich habe schlimme Lebensmittelallergien. Keiner kann so richtig helfen.
    Aber mal was anderes, bei uns in der Kita nehmen wir am Schulobst Programm teil. D.h. es kommt in Schulzeiten immer regionales Obst von einem Obsthof,immer pro Kind ein Stück und immer was anderes. Äpfel, Birnen ,Mandarinen,Johannisbeeren, u.v.m.
    eventuell mal im Kita vorschlagen, Die wollen nur das man Im Jahr einen Bericht schreibt was man alles über gesunde Ernärung macht.
    Gib mal im Internet schulobst ein da findest du infos.
    LG Marion

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    • Marlene sagt:

      Hallo Marion,
      Das kannte ich noch nicht, muss ich dringend vorschlagen!
      Dankedanke!
      LG, Marlene

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      • Bitte ,bitte wir sind so begeistert von dem Projakt. Kostenloses Obst regional einfach eine tolle Sache.
        Ich hoffe du kannst deine Kita Leute begeistern. Zur Not gibst du denen unsrer Kita Telefonnummer, unsere Leitung gibt sicher gerne Auskunft bei Fragen. 06704 1019
        LG Marion

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      • Marlene sagt:

        Ich hab es erstmal weitergesagt, sie waren interessiert und wollen recherchieren. Ich hab auch gesehen, dass Thüringen dabei ist, aber vielleicht nur Schulen? Na ich bin gespannt, ob es was wird. Danke für die Nummer. In welchem Bundesland seid ihr? LG, Marlene

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