Geben Spültücher Mikroplastik ab?


Eine Freundin aus Dänemark hat mich neulich darauf hingewiesen, dass meine Spültücher, die ich regelmäßig in die Waschmaschine stecke, Mikroplastik abgeben würden. In Dänemark hat es vor einiger Zeit einen größeren Medienrummel um Mikroplastik in Spültüchern gegeben und wenn ich es mir recht überlege, sind mir dort schon mehrfach selbstgehäkelte Spültücher über den Weg gelaufen (und in Deutschland noch nie). Was ist also dran an der Sache?

Natürlich gibt es verschiedene Sorten Spültücher. Einige meiner Spültücher habe ich in unserer Biokiste mitbestellt und die sind kompostierbar und enthalten auch kein Mikroplastik. Die normalen Supermarkt-Spültücher enthalten aber mit hoher Wahrscheinlichkeit Plastik, das dann im Laufe der Waschmaschinengänge herausgewaschen wird und ins Abwasser gelangt. Das Wiederverwenden der Tücher an sich finde ich einerseits hygienischer (man wirft sie dann einfach schneller in die Wäsche als in den Müll, erfahrungsgemäß) und auch ressourcenschonender. Man kann also beim Kauf darauf achten, kompostierbare Spültücher zu kaufen.

Die Kläranlage macht’s

Andererseits kam eine Studie der Aalborg Universität in Dänemark inzwischen zu dem Ergebnis, dass über 97 Prozent der Mikroplastikpartikel in den Kläranlagen wieder herausgefiltert werden. Ich unterstelle mal, dass das in Deutschland auch so sein wird. Das heißt, der Abrieb von Autoreifen beispielsweise oder von Schuhsohlen, der mit dem Regenwasser direkt in die Natur gespült wird, ist ein weitaus größeres Problem für die Umwelt.

Schnell gemacht: Spültücher aus einem alten Handtuch - schont Ressourcen und den Geldbeutel.

Schnell gemacht: Spültücher aus einem alten Handtuch – schont Ressourcen und den Geldbeutel.


Die preiswerteste Lösung

Wen das aber noch nicht tröstet und wer auch die restlichen drei Prozent Verschmutzung vermeiden möchte, greift am besten zu den erwähnten selbstgehäkelten Tüchern oder schneidet sich einfach Tücher aus alten Handtüchern zurecht – und fertig ist das Spültuch. Ich habe mir heute einen neuen Satz Spültücher umnäht und werde nun die allerletzten Altlasten an möglichweise nicht kompostierbaren Spültüchern wegwerfen.


Und was ist eure Lieblingslösung?

Weil Spülen ohne Mikroplastik irgendwie nachhaltig ist, gebe ich den Beitrag zu unserer Linkparade „einfach. nachhaltig. besser. leben.“. Dort beschreibt Maria übrigens noch viel ausführlicher, wie sie beim Abwasch Müll reduziert. Mitmachen erwünscht!

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Comments
32 Responses to “Geben Spültücher Mikroplastik ab?”
  1. Hallo Marlene,
    ich hab vor einiger Zeit zum Thema Mikroplastik gepostet, u.a. auch über den sogenannten Guppyfriend, einen Wäschesack, der verhindert, dass Mikroplastik beim Waschen von Kunstfaserwäschestücken ins Abwasser gelangt. Ist vielleicht auch für dich oder dein Leser interessant: http://rostrose.blogspot.co.at/2017/09/anl-21-thema-mikroplastik-infos-und.html
    LG Traude

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    • Marlene sagt:

      Hallo Traude,
      das klingt ja cool, schau ich mir an! Ich glaube sogar, ich kann mich erinnern, dass bei dir gelesen zu haben, aber dann hab ich es wieder vergessen… Also: Danke für die Erinnerung!
      Liebe Grüße,
      Marlene

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  2. portapatetcormagis sagt:

    Häkeln, stricken, tunesisch häkeln 🙂 Spültücher eignen sich prima, um neue Techniken oder Muster auszutesten.

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    • Marlene sagt:

      Das stimmt – und um Wollreste zu verwerten. Aber gibt es nicht auch Wollsorten, die irgendwelche Kunstfasern enthalten? Ich kenne mich da aber leider nicht so aus. So praktisch angelehnt war unser Chemieunterricht damals leider nicht.

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    • Kerstin sagt:

      „Aber gibt es nicht auch Wollsorten, die irgendwelche Kunstfasern enthalten?“ – Ja, leider sogar ziemlich viele. Klassisch sind in Sockenwolle gerne mal Plastikfasern eingearbeitet. Ein Blick aufs Etikett macht Sinn.

      Liebe Grüße!
      Kerstin

      ::: http://blog.laboratorium-nachhaltigkeit.de :::

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      • Fjonka sagt:

        Allerdings ist das bei Sockenwolle auch sinnvoll. Wir haben einmal und nie wieder welche OHNE Plastikanteil ausprobiert: reine Wolle nach vielleicht 7-8x tragen wegzuwerfen weil die Löcher nicht mehr reparabel sind ist auch Blödsinn! Für alle anderen Projekte aber (Pullis oder Schals oder….) finde ich den Plastikanteil Blödsinn.
        Ich habe mir soeben wieder eine Jeans mit 2% Plastik kaufen -müssen- weil es nirgends welche aus 100% Baumwolle gab. Für Männer, ja. Für Frauen – keine Chance. Sowas ärgert mich maßlos!

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      • Marlene sagt:

        Komisch, für Männer gibt es das, für Frauen nicht? Wo ist da wieder die Logik dahinter? Vielleicht, weil die Schnitte so eng sind, dass man seine Hüfte sonst nicht reingezwängt bekommt? 😉 Wer weiß. Meine Wollsocken halten eigentlich super bisher. Ich zieh sie fast täglich als Übersocken an. Viele liebe Grüße,
        Marlene

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      • portapatetcormagis sagt:

        Es gibt auch haltbare Sockenwolle aus 100 % Wolle. Die ist aber härter versponnen, mehr schon ein Kammgarn nicht so sehr ein Streichgarn. Und normalerweise ist die Wolle auch etwas robuster.

        Wenn Du möchtest: Der Shop vom Finkhof hat solche Wolle und da ist es recht gut beschrieben, inwiefern sich die Wolle zum Beispiel von der weichen Merino unterscheidet.

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      • Marlene sagt:

        Danke für die Tipps! Die Merino ist ja wieder gut für Babysachen. Bei Wollsocken trage ich meist eh normale Socken drunter, da kann die Wolle gern auch grob und robust sein 🙂

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      • Fjonka sagt:

        @portapatetcormagis(ich kann nicht an richtiger Stelle antworten, der Button fehlt dort): witzigerweise sind die total schnell kaputten Socken von genau dieser Firma gewesen… – nicht selbstgestrickt, aber probeweise dort bestellt, um das Garn zu testen
        @Marlene: ich verstehe es auch nicht, zumal ja gerade die meisten Frauen sich über Nicht-Stretch (denn durch das Plastik ists ja immer leicht stretchig, deshalb mag ichs optisch nicht) freuen müßten, von wegen Problemzonen kaschieren und so. Aber neee, frau MUSS Stretch tragen 😦

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    • Hallo!

      Das stimmt! Da bekommt das lästige „Maschenprobe machen“ gleich eine ganz neue Bedeutung!

      lg
      Maria

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      • portapatetcormagis sagt:

        Wobei ich da etwas seltsam bin. Heißt das Teil „Maschenprobe“, ist es lästig. Heißt es dagegen „Spülläppchen“ ist es was, was ich gerne mal mache. Eigentlich albern 🙂

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  3. SK sagt:

    Ähm, das meint jetzt aber keine Baumwoll- oder Leinentücher? Also Hand- oder Geschirrtücher aus was anderem könnte ich mir auch nicht wirklich vorstellen. Beim Küchenwischlappen bin ich mir grad nicht sicher, woraus der ist. Könnte schon Kunstfaser sein. Das Mikroplastikproblem müßte dann aber alle Kunststofffasern betreffen, oder?
    P.S.: Auf meinem Beispielgeschirrtuch hier steht sogar noch „Malimo“ (weil meine DDR-sparsamen Eltern Haushaltswaren für gefühlt drei Generationen gehortet haben…), leider keine Fasersorte.

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    • Marlene sagt:

      Hallo! Ja, ich meinte nur die Wischlappen, die Handtücher und Geschirrtücher sind hoffentlich meist 100% Baumwolle. Aber theoretisch betrifft es alle Textilien, die Kunstfasern enthalten, auch Fleece und Bademode. Das Phänomen mit dem Horten der DDR-Generation kenne ich. Ich hab mir jetzt beispielsweise alle Stofftaschentücher geschnappt, die es rundum noch gehortet gab, denn in dieser Hinsicht war man früher ja nachhaltiger 😉
      Liebe Grüße,
      Marlene

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  4. letternwald sagt:

    Vielen Dank für den Einwand- das wird schon so sein. Wir umgeben uns mit so schädlichen Dingen, Kleidung, Trinkflaschen, Dieselfahrzeug, dass man gar nicht mehr weiß, wie man sich verhalten soll. Fest steht ja leider auch, dass viele Produkte einfach „grün“ dargestellt werden, eine große Industrie, da bleibe ich wie Du bei der Idee, einfach mal alte Dinge aufzubrauchen, Gruß

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    • Marlene sagt:

      Du hast recht, es ist als Verbraucher extrem schwer, durchzublicken. Die Wischlappen/Spültücher, die ich meine, werden schließlich auch meist als Recycling verkauft. Klingt ja auch erstmal gut. Alles nicht so einfach! Ich fände es oft aber besser, wenn erwiesen schädliche Dinge schneller (oder überhaupt) aus dem Verkehr gezogen würden. Viele Grüße und danke für deinen Kommentar!
      Marlene

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  5. Kerstin sagt:

    Hi du!

    Meine Lieblingslösung für Gröberes sind selbst gehäkelte Spültücher aus Sisal: http://blog.laboratorium-nachhaltigkeit.de/spueltuch/

    Klar kann man sich auch aus anderen Materialien Spültücher häkeln oder nähen, aber leider sind nicht nur „Woll“knäuel allermeistens mit Plastikgarn(-Anteil). Ziemlich doof. Wie die guten, alten Socken, die Oma von ihren Stricknadeln lässt: Wer nicht aufpasst, ist damit auch nicht automatisch „öko“ unterwegs…

    Danke für deinen Beitrag!

    Viele Grüße,
    Kerstin 🙂

    ::: http://blog.laboratorium-nachhaltigkeit.de :::

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    • Marlene sagt:

      Hallo Kerstin,
      das Problem kenne ich. Zum Glück hab ich eine Schwiegermama, die selber Wolle färbt, spinnt und strickt…! Das möchte ich auch irgendwann mal noch lernen. Letztens hat sie gehäkelte Servietten ihrer Tante aussortiert, bestimmt schon Jahrzehnte alt, teilweise nicht mehr so schön. Die hab ich jetzt auch als Satz neuer Spültücher in Betrieb. Deine Sisal-Tücher eignen sich doch auch prima als Schwamm/Topfkratzer, oder? Wie lange halten die bei dir so im Schnitt?
      Wenn du magst, verlink es doch auch bei unserer Linkparty „einfach. nachhaltig. besser. leben.“! VIele Grüße, Marlene

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  6. Hallo Marlene!

    Also mit der Overlock sehen die Spültücher gleich noch hübscher und professioneller aus als meine.

    lg
    Maria

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  7. Amely sagt:

    Hallo Marlene, danke für den interessanten Artikel! Von kompostierbaren Spültüchern wusste ich bisher auch nichts:) Ich bin auch vor kurzem von den normalen Spültüchern auf selbstgemachte umgestiegen. Entweder ich nutze Stoffreste von Sweatshirts, nicht gesäumt, oder alte Handtücher, gesäumt. Mit den Handtüchern geht es etwas besser. Häkeln ist mir auch viel zu aufwändig:)
    LG Amely

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    • Marlene sagt:

      Hallo Amely, das ist doch auch eine schöne Verwendung für Stoffreste! Mit manchen T-Shirts hab ich schlechte Erfahrungen in Puncto Saugfähigkeit gemacht, aber meistens funktioniert es gut 🙂
      Viele Grüße,
      Marlene

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  8. Fussel sagt:

    Hm, für Sisal-Spültücher muss man erst mal wieder was kaufen – und Sisal wächst nur in den Tropen. Bei mir werden deshalb alte Handtücher zu Spüllappen verarbeitet. Die putzen auch super (sogar mein Freund ließ sich überzeugen) und ich mußte die ersten nun nach zwei Jahren Benutzung wegwerfen, weil sie große Löcher bekamen. Das finde ich als Lebensdauer auch sehr viel besser als wenn ich so ein Sisalding bereits nach vier Monaten kompostieren muß. 30 Jahre Dienst als Handtuch und dann noch mal 2 Jahre Spüllappen finde ich ok. Und die können auch in die 60-Grad-Wäsche (bzw. auch Kochwäsche, wenn es mal sein muß).
    Wenn man unbedingt selber was häkeln oder stricken will, würde ich mal schauen, was man so an Baumwollgarnresten noch hat (Schulgarn etc., was von Topflappen übriggeblieben ist). Da schlummert ja in einigen Restekisten noch was…

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    • Marlene sagt:

      Hallo Fussel, die Lebensdauer von Handtüchern ist echt fantastisch !! Und wenn es den Freund überzeugt, spricht das dafür, dass es wirklich gut funktioniert :-)) Ich bin sehr zufrieden mit den alten gehäkelten Servietten, die meine Schwiegermutter wegwerfen wollte, und den „neuen“ Lappen aus altem Handtuch.
      Viele liebe Grüße, Marlene

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