Safran statt Opium – was verkauft CONFLICT FOOD?

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Versteht es nicht als Werbung, ich bekomme keinen Cent für diesen Text 🙂 Aber ich finde das Konzept des Berliner Startups Conflict Food so toll, dass ich es mit euch teilen will. Noch gibt es im Online-Shop nur ein Produkt, nämlich Safran aus Afghanistan.

Der ist teuer, nicht bio, sieht aber recht plastikfrei verpackt aus und man tut mit dem Kauf auch sonst noch eine Menge Gutes: Man unterstützt nicht nur die Menschen in Afghanistan, die seit Jahren im Krieg leben, und bezahlt ihnen ihre Arbeit angemessen. Gleichzeitig geht beim Einkauf auch Geld an ein Bildungsprojekt – in diesem Fall ein Kinderheim in Kabul. Den Safran stellt ein selbstverwaltetes, unabhängiges Frauenkollektiv in der Region Herat her – auf Feldern, wo früher Opium angebaut wurde. Die Startup-Gründer Salem El-Mogaddedi und Gernot Würtenberger reisen selbst in die Anbauregion, pflegen den Kontakt vor Ort und bloggen darüber. In Berlin wird der Safran in einer Behindertenwerkstatt hübsch verpackt.


Mit Einkaufsentscheidungen Fluchtursachen bekämpfen

Das Konzept ist bestechend. Denn viele, der irgendwie kurzsichtigen Kritiker der Aufnahme von Flüchtlingen in Europa übersehen ja regelmäßig, dass sie selbst mit ihren Kaufentscheidungen u.ä. zur Verstärkung von Krisen und Armut beitragen. Mit der Entscheidung für Produkte wie das von von Conflict Food dreht man den Spieß quasi um und trägt mit dem Einkauf dazu bei, dass sich die Armut in der Krisenregion verringert und sich feste lokale Strukturen herausbilden – sodass die Leute im besten Fall gar nicht erst aus ihrer Heimat flüchten müssen. Deshalb: Besorgte Bürger, kauft bei Conflict Food! Schade, dass es noch nicht mehr Produkte gibt – eine Ausweitung des Sortiments ist aber in Planung. Und auch der Kauf von Fair Trade-Produkten würde schon helfen, und eine Bank zu wählen, die nicht mit Nahrungsmitteln spekuliert, und… und… und… Jedenfalls halte ich das für nachhaltiger und sinnvoller als einen Stacheldrahtzaun um Europa zu ziehen.


Aber was tun mit dem Safran?

Gerade jetzt ist die beste Zeit, um Safran zu kaufen 😉 Denn Safranfäden braucht man zum Backen von traditionellen schwedischen „Lussekatter“ (sprich: lüssekatter), ein Hefegebäck, das es im hohen Norden traditionell am Luciatag (13. Dezember) gibt. Ein Rezept gibt es z.B. hier. Ich werd dann mal in 1g Safran und die Zukunft Afghanistans investieren.

Logo-4-grün Weil es so schön passt, möchte ich diesen Beitrag natürlich zu unserer grünen Blogparade „einfach. nachhaltig. besser. leben.“ geben. Schaut euch gern dort um, dort sammeln wir Blogposts zu nachhaltigen Themen – und jeder darf seine Posts mit verlinken, wenn sie zum Thema passen.

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Comments
2 Responses to “Safran statt Opium – was verkauft CONFLICT FOOD?”
  1. kleene sagt:

    Das ist ja ne irre Idee! Sehr interessant! Danke fürs Vorstellen und frohes Backen 🙂

    Liebe Grüße Anja

    Gefällt 1 Person

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