Ein Supermarkt gegen Essensverschwendung – eine gute Idee?

Essensverschwendung

Im Laufe dieses Jahres will die kirchliche Nothilfe („Folkekirkens Nødhjælp„) in Kopenhagen den ersten „sozialen Supermarkt“ öffnen. Das Konzept: Abgelaufene, aber noch genießbare Produkte, 50-70 Prozent billiger verkaufen. Bei den nur etwa 5,6 Millionen Dänen landen immerhin 540.000 Tonnen (Quelle) noch essbare Nahrungsmittel auf dem Müll – und in anderen europäischen Ländern sieht es nicht besser aus. Ein sozialer Supermarkt kommt da wie gerufen, oder?

Kritiker meinen allerdings, dass dadurch nicht nur eine Supermarktkultur für Arme entstünde, sondern die meisten Nahrungsmittel dann sicherlich statt in den Tonnen der Supermarktketten im Mülleimer der Verbraucher landeten – weil diese die billig gekauften, aber nur kurze Zeit haltbaren Waren gar nicht so schnell verbrauchen könnten.

Was meint ihr? – Wird hier eine gute Idee im Keim erstickt oder steht wirklich zu befürchten, dass die Initiative nutzlose ist?

P.S.: Gegen die Verschwendung von Lebensmitteln gibt es einige gute Initiativen, nicht zuletzt foodsharing oder die App wie „Zu gut für die Tonne„, bei der ich mir auch hin und wieder Inspiration hole. Wie Maria von Widerstand ist zweckmäßig damals aber schon richtig bemerkte, bekommt man ähnliche Funktionen auch prima ohne App und Smartphone auf Rezepteseiten wie chefkoch.de.

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Comments
6 Responses to “Ein Supermarkt gegen Essensverschwendung – eine gute Idee?”
  1. Stadtpflanze sagt:

    In meinen Augen ist das vor allem eine PR-Aktion (oder wichtigtuerische Ignoranz), da es solche Läden schon seit Jahrzehnten gibt.

    Gefällt 2 Personen

    • Marlene sagt:

      Ich bin mir nicht sicher wie die Lage hier in Dänemark aussieht, aber die Idee ist sicher nicht neu. Die dänische Regierung hat zur Zeit eine sehr grüne Linie, was mir gefällt. Die kirchliche Nothilfe kenne ich eigentlich nur für ihre Second Hand-Shops. Na ich werde die Entwicklung mal mitverfolgen.
      Liebe Grüße, Marlene

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  2. Gute Idee. Ich selber lebe auch viel von abgelaufenen Lebensmitteln und in der offenen Schülerarbeit verarbeiten wir auch solche. Es ist gerade bei vielen Kindern ein Kopfding. Die Werbung will ja immer hübsch,neu, hipp …. sein. Und das Datum auf den Verpackungen ist das Mindestverkaufsdatum. Viele Dinge sind danach noch genießbar. Unbedingt Lebensmittel verwerten, ob nun in einem Supermarkt, über die Tafel oder als Verein selbst im Lebensmittelhandel abholen. Da ich tlw. in einem Lebensmittelladen jobbe weiß ich wieviel dort in die Tonne kommt und eigentlich noch weitergegeben werden könnte.

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  3. Über Lebensmittelretten/foodsharing werden Lebensmittel verschenkt, die nicht mehr verkauft werden können. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob Menschen bereit sind für abgelaufene Lebensmittel auch zu bezahlen.

    Um 50% reduziert bekomme ich auch Lebensmittel im Supermarkt, die noch nicht abgelaufen sind. In Österreich ist es üblich, dass Lebensmittel, die kurz vor dem Ablaufen sind, um bis zu 50% reduziert angeboten werden.

    Das finde ich eine sinnvolle Sache und sollte forciert werden. Vor allem, dass der Lagerstand besser im Auge behalten wird, wenn man sieht, dass von etwas viele Stück in kürze ablaufen werden, dass schon früher mit dem Reduzieren angefangen wird.

    Ich glaube, dass Menschen dann schon bewusste hingreifen um die Lebensmittel vor dem Müll zu retten, wenn man darüber informiert.
    lg
    Maria

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    • Marlene sagt:

      Da hast du recht. Die meisten Supermärkte wollen sicher nicht riskieren, dass die Waren mal aus sind. – Das geht mir beim Biobäcker manchmal so, dass Sonntag Mittag das Roggenbrot alle ist, aber das ist allemal besser als zu viel anbieten. Reduziert verkaufen sollte stärker eingeplant werden, schließlich kostet es die Märkte doch auch, Sachen wegschmeißen zu müssen!
      Liebe Grüße, Marlene

      Gefällt 1 Person

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